Sonntag, 22. August 2010

Patenkinder in Kenia (zweiter Teil)


Gestern Nacht bin ich von einer ganz besonderen Reise zurückgekommen. Einiges davon möchte ich hier berichten.

Zunächst eine kleine Übersicht :
Wir, das war eine Reisegruppe von 6 Leuten (später kamen noch 2 hinzu) haben die Rudolf-Steiner-School in Mbagathi besucht, das Nationalmuseum in Nairobi, eine Ausgrabungsstätte in einem Massaibgebiet mit menschlichen Knochen und Steinwerkzeugfunden, die darauf hindeuten, das sich die "Wiege der Menschheit" in Ostafrika befindet, wir haben einen romantischen afrikanischen Abend am Lagerfeuer verbracht inmitten des weiten Massai-Buschlandes. Eine Slumschule erwartete uns - es gab Vorführungen einzelner Schulklassen, Ansprachen und Fragen der Kinder an uns. In einem Landwirtschaftlichen Zentrum bekamen wir einen ausführlichen Vortrag über die ökologische und landwirtschaftliche Situation Kenias und besuchten Kleinbauern. Wir gingen mehrfach auf Safari - mit Auto und Boot und zu Fuß. Eindrucksvoll und ganz besonders waren die zwei Tage, an denen wir in einem Massai-Camp wohnten. Ganz zum Schluss reisten wir dann von der Region Nairobi nach Mombasa und schließlich zur Küste an den Indischen Ozean zu den Maweni-Beach Cottages.
Das jetzt nur in aller Kürze - einzelne Ziele werde ich dann hier gesondert darstellen.


Von der Waldorfschule nahe bei Nairobi habe ich hier schon berichtet. Es gibt in Kenia übrigens zwei Waldorfschulen - (Rudolf-Steiner-School werden sie dort genannt). Die eine liegt eher in Nairobi und hat sich als Privatschule für Priviligierte in Kenia entwickelt - es werden dort nur Kinder angenommen, deren Eltern das Schulgeld bezahlen können. Die andere liegt 25km außerhalb von Nairobi und heißt Mbagathi-School. Diese Schule ist auf Sponsorenschaften für die Kinder angewiesen, weil 90% der Eltern kein Schulgeld aufbringen können. Viele Kinder, die diese Schule besuchen kommen aus der nahe gelegenen Stadt Ongata Rongai. Andere Kinder kommen auch von weiter her und besuchen das Internat der Schule.
(genannt BOARDING-SCHOOL).

Das Internatshaus (Boarding-house)


So sieht der Schlafraum der Mädchen aus. Es schlafen 6 Mädchen auf einem Zimmer. Für die Jungen gibt es ein anderes Gebäude. Dort schlafen sogar 10 Jungen in einem Zimmer. Insgesamt hat die Schule 80 Plätze für Internatskinder.


Das sind zwei Klassenräume von außen gesehen...

... und hier von innen. I think it was class one.

Bilder aus verschiedenen Klassen



...und hier der Waldorf-Stundenplan. Fast wie bei uns!

UND NUN NOCH DAS TREFFEN MIT PATENKINDERN:

Ich habe meine zwei Patenkinder getroffen, ein Patenkind meines Kollegen und ein Kind, welches noch Paten sucht. Es war extra organisiert worden, dass diese Kinder an dem Sonntag, wo wir die Schule besuchten, auch da waren. Die Schule hatte schon Ferien. Ich hatte vorher Kontakt zu einer Lehrerin der Schule aufgenommen, die für die Patenschaften zuständig ist und gefragt, ob ich noch einem anderen Kind eine Stiftemappe und Stifte mitbringen könnte. Sie hatte dann Mary ausgesucht, weil Mary so schön und gerne malt. In Kenia sind die begehrten Wachsmalblöckchen und -Stifte oder auch Buntstifte kaum zu bekommen. Oder nur in minderer Qualität und sehr teuer. Die Eltern haben für Schulsachen kein Geld - man muss schauen, dass genug zu Essen da ist.


Ndanu und Mary sitzen also vor dem Schulbüro. Ganz viele "Mzungus" sind gekommen. (Mzungus werden die Europäer genannt - also wir). Mir ist aufgefallen, dass die beiden Mädels extra schön gekleidet waren und auch Schuhe trugen. Die Schule achtet auch auf die Kleidung der Kinder - im Unterricht gibt es eine Schuluniform.  Die beiden Mädchen waren sehr schüchtern.



Links seht ihr Brian - das Patenkind meines Kollegen. Er hat sein Geschenk bekommen.
Ndanu und Mary haben eine große Packung mit Buntstiften erhalten und ein gefülltes Mäppchen.

Brian läuft mit seinem Geschenk zu seinem Vater, der dabei sein wollte, wenn sein Sohn etwas bekommt:


So schöne T-Shirts! Neue Anziehsachen gibt es, wenn überhaupt, nur zu Weihnachten - so hat es uns eine Kenianerin erzählt.

Wachsblöckchen und -Stifte, Papier und ein Mäppchen. Brian geht in die zweite Klasse. Wer mit Waldorfschule vertraut ist, weiß dass die Kinder bis zur vierten Klasse mit Wachsstiften malen lernen.


Hier seht ihr noch einmal die einzelnen Klassenräume im Hintergrund und Steinbänkchen draußen für Vorführungen.

Dann stelle ich Euch nochmal JOSEPH vor. Joseph ist mein neues und zweites Patenkind, welches ich Unterstütze. Joseph besucht das Internat. Er wohnt bei seinem Vater und dessen Eltern auf dem Land. Seine Mutter lebt von der Familie getrennt. Joseph hat noch einen Bruder. Wenn Joseph Ferien hat, und zuhause ist, hütet er Ziegen. Er liebt die Tiere sehr.

Für Joseph habe ich einige Schul - und Anziehsachen mitgebracht. Außerdem ein Kuscheltier und einen Fußball.



Der Schulrucksack muss noch richtig eingestellt werden. Schaut mal, wie stolz er ihn trägt!

Joseph and me. Das war einen Tag später, wo wir nochmals ganz kurz an der Schule waren.
So, dass zur Rudolf-Steiner-School in Kenia.

All for today.
Petra

1 Kommentar:

  1. Hallo Cobi - liebe Petra, danke für diesen Bericht....großartig auch Dein Engagement. Sowas kann nur eine Herzensangelegenheit sein. Dass die Augen der Kinder - Deiner Patenkinder - so strahlen ist der größte Lohn. Mein Frauchen ist nachdenklich -
    Wuff und LG
    Aiko

    AntwortenLöschen

Eure Kommentare feuen mich!