Mittwoch, 30. Juni 2010

Frühling im Unterricht



Auch wenn jetzt schon Sommer ist, mit schönen sommerlichen Temperaturen, zeige ich Euch heute was ich mit meinen Drittklässlern in Englisch erarbeitet habe.
In den ersten drei Schuljahren machen die Kinder sich mit der neuen Fremdsprache vertraut - durch Hören und Nachsprechen von englischem Vers - und Liedgut, verbunden mit bestimmten Bewegungen, leben sich die Kinder in den Klang der Fremdsprache ein und lernen nachahmend, so wie sie ihre Muttersprache erlernt haben.
Vom chorischen Sprechen ausgehend, wird das Kind zu einem selbstständigen Umgang mit der Sprache geführt. Viele Verse, Gedichte, kleine Dialoge, Spiele und Lieder sollen den Kindern in den ersten drei Schuljahren einen Wortschatz aus vielen Bereichen vermitteln. So zum Beispiel aus dem Bereich der NATUR.

Gegen Ende der dritten Klasse führe ich das Schreiben anfänglich ein. (Die geschriebene englische Sprache wird Thema des 4. Schuljahres).

Wir haben ein kleines Buch gestaltet und einige Pflanzen kennen gelernt.



All about the open hills,
Daisies show their peasant frills,
Washed and white and newly spun
For a festival of sun. (...)






Über das Wetter haben wir gesprochen...
... und das Regen für die Pflanzen wichtig ist.


Spring is comming, spring is comming,
Flowers are comming too,
Pansies, lillies, daffodilis now are comming through.







And here you see our classroom with Mrs. Jacobi teaching English:


Soviel für heute - nun haben die Leser meines Blogs einen kleinen Eindruck von meinem Englischunterricht an der Waldorfschule. 

HERZLICHE GRÜßE 
COBIA                                                        

Montag, 28. Juni 2010

Patenkinder an der Waldorfschule in KENIA

Die Waldorfschule in Kenia beschäftigt mich seit einiger Zeit - von dem Buch der Begründerin, Irmgard Wutte habe ich schon kurz berichtet - deshalb möchte ich heute etwas darüber schreiben.

Lage und Gebäude
Die Mbagathi Rudolf Steiner School liegt ca. 25 km außerhalb der Millionenstadt Nairobi. Gegründet wurde diese Schule 1989 und seitdem wächst sie stetig. Das große Schulgelände liegt auf den Massaihügeln südlich des Nairobi Nationalparks. Zur Zeit umfasst die Schule u. a.  ein Hauptgebäude samt Küche und Essbereich, verschiedene Klassenräume, eine Werkstatt für Holzarbeiten, ein Gartenhaus und ein Jungen und Mädcheninternat. Das Internat besuchen zur Zeit 84 Kinder; es wird von 3  Hausmüttern und  1 Hausvater betreut. Das Internat wird von Schülern besucht, die aus entfernten Gegenden kommen oder deren Eltern an AIDS verstorben sind.

GARTEN
Auf dem Schulgelände wurde ein großer Garten angelegt, wo Gemüse nach ökologischen Gesichtspunkten angebaut wird. Es gibt auch eigene Kühe, die die Milch für die Kinder liefern. Das angebaute Gemüse wird in der Schulküche verwendet. Die Kinder bekommen in der Schule 2 Mahlzeiten (Frühstück und Mittagessen).

DIE SCHÜLER - Armut und Hoffnung

Zur Zeit besuchen 296 Kinder die Schule - vom Kindergarten bis zur 9. Klasse. In der 9. Klasse müssen die Schüler ein Examen machen und werden auf eine weiterführende Schule vorbereitet.
Auf dem Foto seht Ihr die 6. Klasse - in dieser Klasse unterstütze ich als Sponsor ein Kind. Das Bild wurde mir geschickt nachdem ich einige Stifte dort hingeschickt hatte.

Viele Kinder stammen aus sehr armen Familien, die im nahe gelegenen Slum Ongata Rongai oder in Elendsvierteln in Nairobi leben. Fast alle Eltern können kein Schulgeld, keine Schulmaterialien bezahlen - auch an der Staatsschule nicht. Die Schule kümmert sich auch um gesundheitliche Fürsorge und Kleidung - es gibt Schuluniformen, die aber auch Geld kosten.
Nur mit der Unterstützung durch Patenschaften (31 Euro pro Kind und Monat reichen aus, um Unterricht und Vollverpflegung zu finanzieren.) kann diese Schule bestehen. Die Patenbeträge werden über ohne jeden Abzug weitergeleitet. (siehe  http://www.entwicklungshilfe3.de/ )

UNTERRICHT
Jeder Morgen beginnt mit einer halben Stunde Gartenarbeit. Hier bekommen die Schüler eine praktische Ausbildung im ökologischen Gartenbau. Die Unterrichtsfächer sind ähnlich wie bei uns an den Waldorfschulen ( Hauptunterricht, das umfasst Mathematik, Erdkunde, Biologie usw. die Sprachen Kisuahili und Englisch, Musik, Malen, afrik. Tanz, Handarbeit, Schwimmen, Religion)
Die Schüler kommen von verschiedenen Stämmen und bringen also verschiedene Sprachen mit. Auf der Straße lernen aber schon viele Vorschulkinder Kisuahili zu sprechen, das ist die "Verkehrssprache" in Ostafrika. In der Schule lernen die Kinder sehr schnell Englisch.

MEINE PATENKINDER

Ich schreibe meinem Patenkind ungefähr alle 2 Monate einen Brief (auf Englisch) - es ist für die Kinder dort sehr Besonders, einen Brief aus Europa zu bekommen. Ndanu schreibt mir zurück und malt Bilder. Im Dezember, bei Schuljahreswechsel, bekomme ich die Kopie des Zeugnisses zugeschickt und sehe wie sich das Kind in der Schule entwickelt.
NDANU ELISABETH
                                                                          in Schuluniform, die ich ihr finanziert habe
Diese Möglichkeit für ein Mädchen zur Schule zu gehen verändert das ganze weitere Leben des Kindes. Auch der Kontakt zu den Paten kann hilfreich sein für die weitere Biografie des Kindes, das sonst der Armut und dem Analphabetismus nicht entfliehen könnte. Ich betone Mädchen deshalb, weil die Eltern oft ihre Mädchen eher zuhause behalten und ihre Jungen in die Schule schicken, weil sie finanziell mehr nicht leisten können.

Nun habe ich mich kürzlich für ein weiteres Patenkind entschieden. Da ich im nächsten Schuljahr mehr unterrichten werde, kann ich durchaus Schulgeld für ein weiteres Kind in Kenia aufbringen.

Mein zweites Patenkind ist ein kleiner Junge, der im Internat der Schule untergebracht ist und in die erste Klasse geht. Seine Eltern haben sich getrennt als er 4 Jahre alt war und seitdem hat sich die Mutter nicht mehr um ihn und seinen etwas ältereren Bruder gekümmert. JOSEPH kommt vom Land, wo er bei seinem Vater und dessen Eltern lebte. Der Vater verdient sein Einkommen mit "Steinebrechen" und hat wohl nicht immer Arbeit. Joseph mag Tiere sehr gerne, wenn er bei seinem Vater ist, hütet er Ziegen.
Da diese Patenschaft noch ganz neu ist, habe ich bisher noch keinen Kontakt aufgebaut.
Doch Joseph hat schon einen Platz in meinem Herzen und ich hoffe, ihn auch treffen zu können, wenn ich am 1. August die Mbagathi School besuche.

Jedenfalls habe ich schon einige sinnvolle Geschenke für meine Patenkinder dort besorgt:
Wachsblöckchen und Stifte, 2 T-Shirts und eine kurze Hose für Joseph
Stiftemäppchen mit Buntstiften, Bleistiften, Radiergummi und Anspitzer, Geodreieck und Zirkel, sowie ein Kleidchen und T-Shirt für Ndanu. Ndanu wird im September 12 Jahre alt.


VIELE KINDER DER SCHULE SUCHEN NOCH DRINGEN SPONSOREN/PATEN.
bei Interesse könnt Ihr Euch an folgende E-Mail-Adresse wenden: Annette.massman@gls.de

Oder Ihr schreibt gleich an die Schule:
The Rudolf Steiner School
P.O. Box 15609
00503, Mbagathi
Nairobi, KENYA


So das wars für heute und Ihr habt einen Eindruck, was mich im Moment beschäftigt.
Herzliche Grüße
COBIA






Samstag, 19. Juni 2010

Feuersalamander


V O R B E R E I T U N G E N

... mache ich schon für meine Reise nach Afrika. Impfungen haben wir jetzt alle, auch für die Reiseapotheke habe ich gesorgt. Das nur schon mal vorab. Wir werden u. a. unser Patenkind in Kenia besuchen. Ndanu besucht die Waldorfschule in Kenia. Ich habe darüber schon berichtet. Für Ndanu werde ich noch Buntstifte und andere Schulsachen besorgen. Sie freut sich natürlich schon sehr, dass wir kommen.

Ein kleines Erlebnis mit einem Feuersalamander:


Einen Feuersalamander habe ich kürzlich einem Schüler unserer Brückenklasse abgenommen, der ihn (unerlaubter Weise) bei einem Waldspaziergang mit seiner Klasse in einer Butterbrotdose mitgenommen hatte. Die Schule war schon zu ende, ich hatte Busaufsicht und sah eine "Schülertraube". Ein kleiner Junge hatte eben diesen Feuersalamander und wusste jetzt auch nicht mehr wohin damit. Ich überschaute die Lage, der Junge konnte ihn auf keinen Fall mit in den Bus nehmen, nahm den Salamander, ging zu meinem Auto, entleerte eine kleine Box, in der ich für den Englischunterricht Materialien hatte. Da kam der Salamander hinein, schnell noch etwas Wasser dazu - diese Tiere vertrocknen schnell - wie alle Amphibien.

Jetzt galt es aber noch die Kollegin zu informieren, die mit den Kindern im Wald war und mich zu erkundigen, wo das Tier genau herstammt.  Zuhause angekommen, habe ich den Salamander auf feuchten Tüchern in einem Eimer untergebracht und im Garten Regenwürmer gesucht, damit er etwas zu essen hat.

Abend habe ich mit meinem Mann zusammen den Feuersalamander wieder in seine Umgebung gebracht. Er ist gleich in ein Versteck gelaufen, ich denke, er kannte sich dort aus.



Feuersalamander sind sehr geschützt !


Dienstag, 8. Juni 2010

100 Jahre alte "Klavierabdeckung" VERWANDELT IN TEDDY

Ich habe letztens etwas zu dem Mohairstoff geschrieben, den ich in Ladbergen auf einer Bärenmesse von einer leidenschaftlichen Textilsammlerin erstanden habe. Dieser Stoff wurde vor ca. 100 Jahren in den damaligen Thüringer Stofffabriken hergestellt. Ein Bauer hatte diese Stoffe über 50 Jahre lang gesammelt. Es handelt  sich um kurzflorigen Mohair, aus den auch M. Steiff ihre ersten Teddys gemacht hat. Diese Stoffe wurden als u. a. als KLAVIERABDECKUNGEN verwendet. Es ist ganz wunderbar, dass aus dieser Sammlung jetzt Teddys entstehen können.


Es hat einen riesigen Spaß gemacht aus dem alten Stoff einen Teddy zu zaubern. Ihr könnt hier schon einmal ein Foto von ihm sehen - so richtig muss er dann noch fotografiert werden.
Details in English:

Name:  ADAGIO - JOHANN
Size: 32cm ( 12,5 inches)
Used materials: Over 100 years old Mohair
Paws: felt
Nose: embroidered and with a special treatment
Joints: 5-ways cotter pin jointed
Filling: kapok, sheepwool and rubber pellets

Bärige Grüß
cobia